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Der Pflegebus geht auf Tour: Beginn am 8.Mai in Vilshofen

09. 05. 2023

Um mehr junge Menschen für Pflegeberufe zu begeistern hat der Landkreis Passau mit der Gesundheitsregion Plus Passauer Land und den ambulanten, stationären und Rehaeinrichtungen die Pflegeregion Plus Passauer Land gegründet. Ziel ist es, gemeinsam das Image der Pflegeberufe zu verbessern und so mehr Personal zu gewinnen. In diesem Rahmen hat die Pflegeregion nun eine Werbeoffensive gestartet, unter anderem mit einem Linienbus, der im ÖPNV-Einsatz aufmerksam machen soll und zudem für Infotage genutzt wird. Darüber informiert das Landratsamt.

Von Jung bis Alt – alle sind eingeladen

Nächste Woche geht’s schon los: Am Montag, 8. Mai, macht der Bus von 11 bis 15 Uhr Halt in Vilshofen an der Wendeplatte am Bahnhof. Die Landkreis Passau Gesundheitseinrichtungen, das AWO-Seniorenheim und das Care Pflegeteam sind vor Ort, die die Bereiche der stationären, ambulanten und der Krankenhauspflege darstellen. Eingeladen sind Jung und Alt, angehende und fertige Pflegekräfte und Interessierte. Jeder kann vorbeischauen, es ist vieles geboten.


Jede Pflegekraft, die vorbeikommt, erhält eine kleine kulinarische Verpflegung als kleines Zeichen des Dankes für die tägliche Arbeit. Für die zukünftigen Anwärter steht ein Glücksrad mit interessanten Gewinnen zur Verfügung. Außerdem sind spannende Aktionen zum Ausprobieren geplant wie Reanimation, Mobilisation, Messung der Sauerstoffsättigung oder Blutzuckermessung. Am Tag der Pflege, 12. Mai, wird der Bus an den Ausbildungsverbund verliehen und in der Passauer Stadtmitte positioniert.

Ziel: Einblicke in Pflegeberufe

Neben dem regulären Linieneinsatz und der Nutzung als Infostand, wird der Bus bei Einrichtungstouren mit Schülern gezielt eingesetzt. Die Idee dahinter ist, die Jugendlichen von den Schulen abzuholen und ihnen Einblicke in einigen Einrichtungen im Pflegebereich zu geben. Die ganze Tour wird dabei moderiert und es werden Informationen zur generalistischen Pflegeausbildung gegeben. Damit soll Pflege erlebbar gemacht und den Schülern die facettenreichen Tätigkeiten in den Pflegeberufen dargestellt werden. Zusätzlich werden im Rahmen der Kampagne kurze Interviews mit Pflegekräften geführt, die darin über ihren Beruf berichten. Die ersten beiden Interviews sind bereits unter www.pflegeregion-passauland.de veröffentlicht.


Das Busunternehmen Eichberger stellte den Bus, der von Grafikdesigner Markus Rasch in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Pflege der Gesundheitsregion Plus Passauer Land gestaltet wurde kostenlos zur Verfügung. Wichtig war den Verantwortlichen eine auffallende Gestaltung. „Entstanden ist dabei eine am Guerilla-Marketing orientierte Darstellung von Personen in verschiedenen Situationen, die in der Pflege vorkommen, bei denen man sofort hineilen und helfen möchte.

Die Idee ist es, die unterschiedlichen Einsatzgebiete im Kranken-, Alten-, Kinder- und Rehabereich darzustellen und das Helfen zu pointieren“, erklärt Lisa Fraunhofer, Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregion Plus Passauer Land. Alle dargestellten Personen stammen aus der Region und sind oder waren tatsächlich auf Pflege angewiesen. So ist Guido Herzog in einer Akutsituation zu sehen, Alfred Hufnagl in einer Reha-Situation, Franziska Rasch steht für die Kinderpflege und Katharina Zieringer für die Altenpflege.

Landrat: „Einrichtungen arbeiten Hand in Hand“

Bei der offiziellen Vorstellung des Busses gab es ein Fotoshooting mit Pflegekräften aus der Region, die die jeweils dargestellte Situation auf dem Bus sozusagen auflösen und als Helfende fungieren. Dafür haben sich Corinna Hellinger von der Caritas, Florian Resch, Natalja Schwarz und Emelie Maier aus dem AWO-Seniorenheim Ortenburg, Neslihan Cali aus dem Passauer Wolf und Intensivpfleger Peter Seibold von den Landkreis Gesundheitseinrichtungen zur Verfügung gestellt.


Landrat Raimund Kneidinger zeigte sich dankbar, dass sich Pflegekräfte und Models aus der Region zur Bewerbung des Pflegeberufs zur Verfügung gestellt haben. „Besonders freut es mich, dass so viele Einrichtungen aus dem Landkreis hier in der Pflegeregion Hand in Hand zusammenarbeiten für die Stärkung des Pflege-Images. Gemeinsam haben wir hier eine wirksame Kampagne auf die Beine stellen können“, sagt Kneidinger.

Interview: „Ein solches Erlebnis schweißt zusammen.“

Einer der Abgebildeten auf dem Bus ist Guido Herzog. Er hat in einem kurzen Interview verraten, wie seine Erfahrungen waren, als er auf Hilfe angewiesen war.

Warum waren Sie auf Pflege angewiesen?
Herzog: Ich hatte vor zwei Jahren einen Herzinfarkt. Zuvor hatte ich keinerlei gesundheitliche Probleme, das hat mich also komplett aus dem Leben gerissen. Die akute Situation ist in der Arbeit passiert. Eine Ersthelferin war zum Glück vor Ort und hat geholfen. Sie hat den Notarzt kontaktiert und die Rettungskette ausgelöst. Ich wurde erstversorgt und dann ins Krankenhaus Rotthalmünster gefahren. Dort war ich zunächst auf der Intensivstation und durfte mich die erste Zeit nicht bewegen und aufstehen. Ich war somit rund um die Uhr auf Pflege angewiesen.


Was bedeutet gute Pflege für Sie?
Herzog: Gute Pflege bedeutet für mich, dass man sich komplett darauf verlassen kann. Man weiß sich in guten Händen. Besonders bei einer lebensbedrohlichen Situation. Die Pfleger fungieren als Seelentröster. Man realisiert das alles nicht und sie hören einem zu. Sie erleichtern somit den Druck, den man verspürt, wenn man an den ganzen Kabeln hängt. Man ist komplett auf Hilfe angewiesen und diese nimmt man gerne an.

Welche Erfahrungen haben Sie mit den Pflegenden gemacht?
Herzog: Sehr, sehr positive Erfahrungen. Die Pflegenden sind komplett auf mich eingegangen und haben sich Zeit genommen. Das ist nicht selbstverständlich. Die Kardiologie in Rotthalmünster hat hervorragende Arbeit geleistet, ich bin dort top versorgt worden. Ich war in der Zeit komplett weg vom Schuss und da ich über Weihnachten versorgt wurde, waren sie wie eine zweite Familie für mich. Dafür möchte ich mich auch recht herzlich bedanken.

Sind Sie den Menschen dankbar, die Sie gepflegt haben?
Herzog: Auf jeden Fall! Ich habe auch danach meine Dankbarkeit noch mal beim Team ausgesprochen und bin nach der Reha rübergefahren. Ein solches Erlebnis schweißt zusammen. Ich schaue auch heute noch, wenn ich beispielsweise eine Herzschrittmacher-Untersuchung habe, beim Team vorbei. Das ist immer schön, man fällt sich nach wie vor in die Arme. Ich bin den Menschen überaus dankbar für Ihre Hilfe in dieser äußerst herausfordernden Situation. Ich möchte betonen, dass diese Menschen essenziell sind. Jeder kann in eine solche Situation kommen und auf Hilfe angewiesen sein. Was die Pflegenden und Helfenden generell leisten ist enorm und das muss in der Gesellschaft, in der teilweise Einsatzkräfte angegriffen werden, zum Ausdruck gebracht werden! Jeder ist froh um Hilfe, wenn er selbst in der Lage ist und es ist nicht selbstverständlich, diese zu erhalten.

 

 

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